posted 21 October 2006 16:54
Silvestro Cannamela (1924 – 2006) - Ein Leben für die Imkerei Am Ende seines Lebens, das gänzlich der Arbeit und der Familie gewidmet war, ist Dr. Silvestro Cannamela in Rom, im Kreise seiner Lieben, friedlich eingeschlafen. Am 16. Oktober 2006 gaben seine beiden Söhne Lucio und Fabrizio mit den Ehefrauen Maria und Carla sowie den Enkelkindern Chiara, Eleonora und Federico in tiefster Trauer die Nachricht vom Ableben und vom bereits stattgefundenen Begräbnis ihres geliebtenVaters.
Im Sinne und unter Berücksichtigung des ausdrücklichen Willens des Verstorbenen, geben die APIMONDIA – der internationale Verband der Bienenzüchtervereinigungen – und der FAI – der italienische Imkerbund erst jetzt der italienischen und internationalen Imkerschaft die traurige Nachricht.
Silvestro Cannamela wurde am 14. September 1924 in Catania (Sizilien, Italien) geboren, lebte in Rom und begann bereits in sehr jungen Jahren seine berufliche Karriere im italienischen Landwirtschaftsbund an Seite des damaligen Generaldirektors Graf Antonio Zappi Recordati der 1953 den FAI – den italienischen Imkerbund gründet und ihn zum Direktor ernennt.
Seit 1952 selbst Imker, war Silvestro Cannamela angesehenes Mitglied des italienischen Landwirtschaftsbundes wo er als Direktor der Allgemeinen Angelegenheiten sowie als Personalchef.
1965 wird er zum Generalsekretär der Apimondia – dem internationalen Verband der Bienenzüchtervereinigungen ernannt und gibt im Einvernehmen mit dem neugewählten Apimondia Präsidenten Prof. V. Harnaj, den Anstoß zur Wiederbelebung des internationalen Imkerbundes und zur Errichtung des "internationalen Instituts für imkerliche Technologie und Ökonomie" in Bukarest (Rumänien). Unter ihrem Einfluß erreichen beide Einrichtungen ein derartiges Maß an Aktivitäten und Darstellungsfähigkeit die bis heute unerreichbar sind und beide knüpfen nützliche Kontakte zur FAO und anderen internationalen Körperschaften der Vereinten Nationen.
Im besonderen haben Dr. Cannamela, Prof. Harnaj und Herr van Rappard, - Dekan der Apimondia Ehrenmitglieder-, die Vorstellung, dass die Bienen nicht auf ein bestimmtes Gebiet beschraenkt oder von Grenzen eingeschraenkt seien. Sie pflegen somit die internationale Natur der Imkerei und foerdern weltweit die enge Beziehung zwischen Imkern und Wissenschaftlern. Weiters darf ihnen die Foerderung der Abschaffung jeglicher Ost-West Trennung zugeschrieben werden indem sie in den spaeten Sechzigern, Siebzigern und Anfang der Achziger zahlreiche Kongresse und Symposien in diesem speziellen geographischen Raum abhalten.
Zur gleichen Zeit fördert Silvestro Cannamela die Konstitution der europäischen Koordinierung der Imkerei aus der die „Gruppe Honig“ im Komitee der Professionellen Landwirte bei der Europäischen Union in Brüssel hervorgeht. Im Jahr 1974 gründet er die Imkerzeitung „Apitalia“. Am 12. März 1978 wird er zum Präsident des italienischen Imkerbundes bestellt.
1993 gibt er sein Amt als Generalsekretär der Apimondia auf und benennt Dr. Riccardo Jannoni-Sebastianini zu seinem Nachfolger. 1994 gibt er den FAI Vorsitz an Dr. Raffaele Cirone.
Silvestro Cannamela war viele Jahre lang Vorstandsmitglied des "italienischen Instituts für Bienenzucht", aktiver Mitarbeiter der "italienischen Enzyklopädie der Landwirtschaft für die imkerlichen Einträge", von der Republik Frankreich ausgezeichnet mit dem Ritterorden für außerordentliche Verdienste in der Landwirtschaft, Organisator und Anreger einer Vielzahl an internationalen Bienenzüchterkongressen und legislativen Initiativen, die alle den Zweck hatten, die italienische Biene und deren qualitativ hochwertigen Produkte zu verteidigen und aufzuwerten.
Nachdem er viele Seiten italienischer und internationaler Bienengeschichte geschrieben hat, und im Laufe seines ganzen Lebens zur assoziativen Behauptung und zum kulturellen Wachstum der Imkerwelt beigetragen hatte, hat er bis zuletzt den Kontakt zu seinen engsten Mitarbeitern mit wertvollen Ratschlägen und unveränderter Bereitschaft zur Kooperation gepflegt.
Denen, die stolz sein reichhaltiges Vermächtnis vererbt bekommen, bleibt heute eine ernsthafte und gewichtige Mission, nämlich die, seine begonnene Arbeit weiterzuführen und sein Beispiel sowie sein Gedenken in Erinnerung zu halten. Mit den Bienen im Grund des Herzens.
Riccardo Jannoni-Sebastanini
Apimondia Generalsekretär
Rom, den 16. Oktober 2006