Verteuil-d´Agenais (Lot-et-Garonne) in Süd-West Frankreich:

Der Fall Béteille-Syngenta.

„Schauen sie, das ist eine richtige Chemie-Müllhalde, auf der Ackerbau betrieben wird.“

Auf einer Anhöhe stehend, lässt sich Maurice Coudoin nicht beruhigen und zeigt auf den Hof der Familie Béteille. Der Fall beginnt im Juni 2002, als der 57 jährige Imker aus Verteuil-d´Agenais erfährt, dass schon seit mehreren Wochen, zwei oder drei Lastwagen regelmäßig Saatgutsäcke auf dem Hof der Familie Béteille liefern. Es stellt sich sehr schnell heraus, dass dieses nicht mehr verwendbare Saatgut der Firma Syngenta auf den Äckern verscharrt wird.

Kleine Bemerkung: um sich von gebeiztem Saatgut zu entledigen, haben die Firmen nur zwei genehmigte Möglichkeiten, die Verbrennung oder die Lagerung auf Deponien der Klasse 1.

Die DRIRE (Direction régionale de l´industrie, de la recherche et de l´environnement-Regional Direction der Industrie, Forschung und Umwelt) macht im August 2002 eine Untersuchung vor Ort. Sie stellt fest, dass „die Vernichtungs-Methode nicht dem Schutz der Menschen und der Umwelt gerecht sind“.

Nach Angaben des Herstellers wurden in den letzten vier Jahren die Saatgutüberschüsse von Syngenta, 100 Tonnen pro Jahr auf einem Teil der 100 Hektar-Land der Familie Béteille vergraben. „Teilweise, war die Saatgutmenge 10 Zentimeter hoch“, empört sich Maurice Coudoin. Nach den Angaben der Firma Syngenta, an die DRIRE waren auch 10% des Saatguts mit Gaucho gebeizt. Maurice Coudoin lies von einem darauf spezialisierten Labor Proben nehmen. „Ich habe einen Teil der Ergebnisse gesehen. In einigen Mais-Pollenproben (Mais der auf diesen Äcker angepflanzt wurde) finden sich über 1000 ppb Imidacloprid-Rückstände, in dem Fall Gaucho ist es in der Regel in einer Größenordnung um die 3 ppb“. Diese Aussage wird auch von Dr. J.M. Bonmatin (CNRS) bestätigt. „Das wundert mich nicht, im Normalfall (bei dem Einsähen) kommen 20 kg Saatgut auf einen Hektar, und hier...sind es annähernd 100 Tonnen“, erklärt Maurice Coudoin.

„Das ist eine verlogene Darstellung! Erwidert Christian Morin (Pressesprecher von Syngenta).

Es waren höchstens 4 bis 5 Tonnen pro Hektar“. Das ist immerhin das 200 Hundertfache der normalen Aussaat.... Und es wird noch besser, um sich von den toxischen Stäuben, während des Öffnens der Säcke zu schützen sind ein Schutzanzug und eine Schutzmaske vorgeschrieben.

Auf den von Maurice Coudoin aufgenommenen Fotos, sieht man Jugendliche wie sie ohne jeglichen Schutz, im T-Shirt die Säcke mit großen Messer aufschlitzen. Eine Klage wurde eingereicht.
Im Juni 2003 wurden darauf hin, die Firma Syngenta und der Landwirt vom Gericht gebeten dieser Praxis ein Ende zu machen.

Die hochbelasteten Ernten dienen weiter zur Fütterung der Kühe und werden immer noch von der Landwirtschafts-Kooperative Terre du Sud aufgekauft um dann vermarktet zu werden.

Aus den Analysen der Proben ergaben sich folgende Imidacloprid-Rückstände :

Bodenprobe vom 22/07/2002 194 ppb
Sonnenblumenblüten vom 22/07/2002 166 ppb
Maisblüten vom 22/07/2002 Probe 1 105 ppb
Maisblüten vom 22/07/2002 Probe 2 209 ppb
Samen 22/07/2002 503 ppb
Maispollen vom 22/07/2002 1060 ppb

Wer kann uns garantieren, dass solche Fälle nicht auch in anderen Ländern (auch Deutschland) vorkommen ?


Apiservices - Virtuelle Imkerei Galerie - Homepage