DEUTSCHLAND

"Bienen sind durch Züchtungen friedlich geworden"

01/02/2004

Am Anfang standen die Liebe zur Natur und die Vorliebe für Honig. "Bei dem mittlerweile verstorbenen Imker Bruno Dicks kaufte ich jahrelang meinen Honig, und er hat mich für das Hobby begeistert", erzählt Imker Alfred Reimer. Als dann ein Kölner Kleingärtner wegen Ärger mit den Nachbarn seine Völker verkaufen musste, packte er die Gelegenheit beim Schopf.

Mittlerweile ist Reimer seit gut 25 Jahren als Honigbauer aktiv. Knapp 20 Völkern gibt der Pensionär eine Heimat, wobei ein Volk aus 40.000 bis 70.000 Bienen besteht. Nur eines davon hält er bei sich zu Hause. "Probleme mit den Nachbarn sind bei mir noch nicht vorgekommen. Heutzutage sind die Bienen durch Züchtungen sehr friedlich geworden", sagt der Naturfreund.

Ein Teil seiner Stöcke ist in Düsseldorf im Christof-Steinmeier-Schulgarten aufgestellt, allerdings nur zu Demonstrationszwecken. "Es gibt dort eine Art Klassenzimmer, das ich ein Mal in der Woche nutze, um Schulklassen das Leben der Bienen näher zu bringen. Besonders interessant ist immer der dort aufgestellte Schaukasten mit einem kleinen Bienenvolk.

Man kann die Kinder sogar direkt aus den Waben Honig naschen lassen; es ist noch keines gestochen worden." Der Vorteil des Honigs etwa aus Nievenheim sei die geringe Verschmutzung durch Industrie. Die Bienenstöcke, die zur Honigproduktion vorgesehen sind, stehen an der alten Kläranlage in Nievenheim, außerdem auf einem städtischen Gelände außerhalb von Gohr Richtung Rosellerheide. Dieses Gebiet wird vom Imkerverein Nievenheim und Umgebung in Schuss gehalten.

Doch seit diesem Jahr seien die Gelder von der Stadt versiegt; harte Zeiten würden anbrechen, wenn die Zuschüsse nicht wieder fließen. Auch in anderer Hinsicht sind die Zeiten schwieriger geworden: "An der Kläranlage kann man die Bienenstöcke nicht mehr ohne Umzäunung aufstellen. Zu oft kommen Randalierer und kippen die Kästen um, was jetzt während der Überwinterungszeit besonders schädlich ist."

Trotz der Probleme kommt schnell wieder seine Begeisterung durch: "Interessant ist, wie die Bienen überwintern: Sie sammeln sich in den Kästen und bilden eine Wintertraube, in deren Mitte immer 15 Grad Celsius herrschen. Damit die äußeren Tiere nicht erfrieren, krabbeln alle in einem Kreislauf von innen nach außen - durch die Reibung entsteht Wärme." Neben der interessanten Bienen-Welt bietet der Verkauf der Erzeugnisse einen weiteren Anreiz.

"Jeden Mittwoch Morgen stehe ich auf dem Wochenmarkt auf dem Nievenheimer Dorfplatz." Auch auf Märkten etwa in Sinsteden und am Hit-Markt sei er. Neben Waldblüten, Linden-, Raps- und ab und zu Akazienhonig verkaufen er und seine Frau Kerzen, Propolis, das man etwa als Möbelpolitur verwenden kann, sowie Creme aus Wachs und Honig
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aeh