BerlinOnline AUSTRALIE
Bienen haben ein gutes Gedächtnis

Die Insekten finden Blüten auch ohne Duftstoffe

29/01/2004

Ein wenig Duft reicht aus. Mehr brauchen Honigbienen nicht, um sich an eine besonders ergiebige Futterquelle zu erinnern und sich erneut auf den Weg dorthin zu machen. Wie Biologen um Judith Reinhard von der Australian National University in Canberra im Fachjournal Nature schreiben, wird durch Düfte das visuelle Gedächtnis der Bienen angeregt. Sie finden ihren Weg daher auch dann, wenn sie sich nicht untereinander durch den Bienentanz verständigen können oder der Duft sie nicht direkt zu der Futterquelle leitet.

Die Forscher stellten zunächst Futterspender mit Zuckerwasser auf, die jeweils 50 Meter vom Bienenstock entfernt waren. Das Zuckerwasser roch entweder nach Zitrone, Mandel oder Rose. Im Verlauf von einigen Stunden gewöhnten sie die Bienen daran, bestimmte Futterspender mit einem spezifischen Geruch zu verbinden.

In der zweiten Phase des Experimentes zwei Tage später wurde das Zuckerwasser und damit auch der Duft aus den Futterspendern entfernt. Fächelten die Biologen nun einen der drei Düfte in den Bienenstock, machte sich die Mehrzahl der Bienen auf den Weg zu dem entsprechenden Futterspender. Ohne Duftsignal waren sie dabei allein auf ihr Weggedächtnis angewiesen. Da sie kein Zuckerwasser vorfanden, tanzten sie nach ihrer Rückkehr zum Bienenstock auch nicht, um anderen Bienen den Weg zu zeigen. Dennoch machten sich weitere Bienen zur vermeintlichen Futterstelle auf.

Die Autoren schreiben, dass dieses Erinnerungsvermögen wichtig für die Bienen ist, um eine attraktive Futterquelle immer wieder zu finden. Es ergänze in der Natur den Tanz der Bienen. (js.)

 

Nature, Bd. 427, S. 411